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Warum lohnt es sich, geflüchtete Menschen zu beschäftigen?

Der Wettbewerb um Fachkräfte und Auszubildende nimmt stetig zu bei gleichzeitig sinkendem Bewerberpotenzial. Um neue Mitarbeiter zu finden, lohnt es sich deshalb, gerade auch die Potenziale von geflüchteten Menschen stärker in den Blick zu nehmen. Viele sind motiviert und flexibel und wollen arbeiten bzw. eine Ausbildung beginnen. Gleichzeitig können die sprachliche und kulturelle Vielfalt das Unternehmen erweitern.

Praktika

Praktika bieten eine gute Möglichkeit, Fachkräfte zu identifizieren und für eine Ausbildung oder eine Beschäftigung in dem Betrieb zu gewinnen.

Für Flüchtlinge, die sich noch im Asylverfahren befinden, sowie für Flüchtlinge mit einer Duldung, haben sich die Regelungen für eine Einstellung in der letzten Zeit vereinfacht. Seit August 2015 können Betriebe viele Praktika für diese Gruppen ohne Zustimmung der Arbeitsagentur anbieten. Bei kürzeren Praktika, die maximal drei Monate dauern, muss außerdem kein Mindestlohn gezahlt werden.

Für alle geflüchtlteten Menschen gilt grundsätzlich die Steuer- und Sozialversicherungspflicht, sobald sie ein nicht vorgeschriebenes Praktikum gegen ein Entgelt von mehr als 450 Euro ausüben. Mit der Anmeldung der Beschäftigung bei der Krankenkasse wird eine Sozialversicherungsnummer erstellt und dem Arbeitgeber mitgeteilt. Bei einer Vergütung unter 450 Euro muss der Arbeitgeber keinen Pauschalbetrag zur Krankenversicherung zahlen, wenn der Geflüchtete in Deutschland nicht gesetzlich krankenversichert sind. Dies ist der Fall, wenn der Geflüchtete im Sozialleitungsbezug steht. Ob eine Versicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse vorliegt, kann der Gesundheitskarte entnommen werden.

Ausbildung

Ausbildung von Flüchtlingen
Zuverlässigkeit, Motivation und Talent für den jeweiligen Beruf sowie eigenverantwortliches Handeln sind gefragt. Geflüchtete bringen hierfür in der Regel gute Voraussetzungen mit. Sie sind sehr motiviert, sich in Deutschland eine berufliche Zukunft aufzubauen.

Aufenthaltsstatus entscheidet über möglichen Ausbildungsbeginn
Neben der persönlichen und fachlichen Eignung für eine Ausbildung sollten bei Flüchtlingen unbedingt auf deren Aufenthaltsstatus geachtet werden. Denn dieser ist wesentlich dafür, ob und zu welchem Zeitpunkt die Person eine Ausbildung aufnehmen darf. Anerkannte Flüchtlinge können mit Zustimmung der lokalen Ausländerbehörde ohne Einschränkungen in eine Ausbildung starten.

Anstellung

Gewinnen Sie kulturelle Vielfalt und nutzen Sie die Möglichkeiten der Weiterbildung.
Die Geflüchteten können bereits Berufserfahrung aus dem Ausland oder ihrem Herkunftsland mitbringen. In diesem Fall kann eine Beschäftigung für den Betrieb interessant sein. Zudem gibt es viele Möglichkeiten, Geflüchtete im Unternehmen zu qualifizieren und dabei staatliche Unterstützungsangebote zu nutzen. Dabei soll der aktuelle Aufenthaltsstatus und die Arbeitserlaubnis geprüft werden.

Besonderheiten bei der Integration geflüchteter Frauen in den Arbeitsmarkt

Aktuell ist nicht einmal jede dritte Asylantragstellerin eine Frau. Dieser Anteil wird sich voraussichtlich, insbesondere durch die Möglichkeit des Familiennachzugs für anerkannte Flüchtlinge, in nächster Zeit erhöhen.
Weibliche Geflüchtete zeichnen sich durch eine hohe Motivation und Engagement aus. Schaffen Frauen erst einmal den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt, zum Beispiel durch eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme, erreichen Sie gute bis sehr gute Zensuren und Zeugnisse.

Wie können geflüchtete Frauen unterstützen werden?

Teilzeitangebote
Geflüchtete Frauen stehen vor besonderen Herausforderungen, da sie oftmals den Spagat zwischen Beruf und Familie bewerkstelligen müssen. Teilzeitangebote und flexible Arbeitszeiten können hier die Beschäftigungsmöglichkeiten von geflüchteten Frauen erhöhen.

Kinderbetreuung
Geflüchtete Frauen haben oftmals minderjährige Kinder zu betreuen. Für einen gelungenen Eintritt in den Arbeitsmarkt helfen Angebote für Kinderbetreuung.

Unterstützung beim Spracherwerb
Weibliche Geflüchtete verfügen oftmals über geringere Sprachkenntnisse als Männer, was einerseits an ihrer geringeren Schulbildung im Heimatland, aber auch an einem Mangel an sozialen Kontakten in Deutschland liegt. Weibliche Geflüchtete können durch gezielte (Sprach-)Nachhilfe und das Bilden von Sprachtandems unterstützt werden.